Regionalbudget

Seit 2020 haben die Bayerischen ILE-Regionen die Möglichkeit, eigenverantwortlich Kleinprojekte in ihrem Gebiet zu fördern. Dazu steht pro ILE-Region ein Regionalbudget von 75.000 € zur Verfügung. 90 % dieser Mittel stammen aus der Bund-Länder-Aufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK)“ und werden über das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Unterfranken bereitgestellt. Der Rest wird aus Eigenmitteln des ILE-Zusammenschlusses finanziert. Das Ziel des Regionalbudgets ist es, eine engagierte und aktive eigenverantwortliche ländliche Entwicklung zu unterstützen und die regionale Identität zu stärken.

Jedes Jahr wird ein Projektaufruf durchgeführt, bei dem Kommunen, Vereine, Unternehmen und Privatpersonen ihre Projektanträge bei der Allianz Würzburger Norden einreichen können. Ein Gremium aus Bürgerinnen und Bürgern bewertet diese Projekte anhand von festgelegten Auswahlkriterien. Die Projekte, die die meisten Punkte erhalten, werden anschließend bis zu 80 % der Bruttokosten (maximal jedoch 10.000 €) gefördert.

Welche Projekte können gefördert werden?

Das Regionalbudget unterstützt Kleinprojekte mit Gesamtkosten von bis zu 20.000 € brutto. Die Förderquote beträgt 80 % der förderfähigen Kosten, maximal jedoch 10.000 €.
Projekte mit einem Förderbedarf unter 500 € (also einer letztendlich ausgezahlten Förderung unter diesem Betrag) sind von der Förderung ausgeschlossen. Alle Maßnahmen müssen,

– der Umsetzung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts (ILEK) und den Zielen der Bayerischen Landesentwicklung dienen,
– innerhalb der Grenzen des ILE-Zusammenschlusses liegen,
– bis spätestens 20. September 2027 nachweislich abgeschlossen werden können,
– bisher noch nicht begonnen wurden (Eine Auftragsvergabe gilt bereits als Projektbeginn).

Beispiele für förderfähige Projekte sind die Gestaltung öffentlicher Plätze, Investitionen in Unternehmen der ländlichen Grundversorgung und die Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements (einschließlich Öffentlichkeitsarbeit). Es ist wichtig, dass die Kleinprojekte den Zielen der ILE entsprechen und einen erkennbaren Nutzen für die Allgemeinheit bieten.

Förderaufruf Regionalbudget 2027

Der Förderaufruf für das Regionalbudget 2026 ist beendet. Insgesamt wurden 26 Projektanträge fristgerecht bei der zuständigen Stelle eingereicht. Die Projektauswahl durch das Entscheidungsgremium erfolgte am 21.01.2026. Eine Liste der Projekte die eine Förderzusage erhalten haben finden Sie hier:

ProjektAntragstellerFördersummeKurzbeschreibung
Konnis RadtourMarkt Rimpar10.000,00 EuroAnlegen eines interkommunalen Radwegs durch alle zehn ILE-Kommunen.
Konzeption Europäischer Kulturweg mit Info-Tafeln und FolderArbeitsgruppe Kulturweg Prosselsheim10.000,00 EuroKonzeption und Umsetzung eines Kulturweges durch Prosselsheim, Püssensheim und Seligenstadt.
Säubirlespfad, Vier Wander/Rundwege mit Infotafeln zur seltenen WildbirneHeimatverein Säubirli Günterschläwe e.V.10.000,00 EuroAnlage mehrerer Rundwege mit Informationen zur kulturellen Wildbirne.
Umsetzung Jugendprojekt „ILE-Sommerolympiade“Gemeinde Bergtheim8.000,00 EuroOrganisation eines interkommunalen Sommerfests mit verschiedenen Sportarten für Jugendliche.
Beschilderung Rundweg „Historischer Dorfgraben“Heimat- und Kulturverein Rieden e.V.2.559,24 EuroBau eines Rundwegs entlang des alten Dorfgrabens mit Informationsschildern.
Bücherschrank für alleGemeinde Kürnach6.000,00 EuroAufstellen eines öffentlichen Bücherschranks im Ortskern von Kürnach.
Restaurierung eines Bildstocks in der AustraßeGemeinde Unterpleichfeld7.177,60 EuroRestaurierung eines historischen Bildstocks in der Austraße in Unterpleichfeld.
Offener Bücherschrank OberpleichfeldGemeinde Oberpleichfeld4.712,40 EuroAufstellen eines öffentlichen Bücherschranks im Ortskern von Oberpleichfeld.
Dorfchronik Erbshausen-SulzwiesenHannelore Schraut u. Bruno Strobel6.664,00 EuroGestaltung einer Dorfchronik mit historischen und kulturellen Informationen zu Erbshausen-Sulzwiesen.
Vielfaltsbänke für die Gemeinde ProsselsheimGemeinde Prosselsheim760,49 EuroKauf von zwei Bänken für den öffentlichen Raum und Gestaltung der Bänke als Jugend-Ferienprogramm.
Gründung einer Veeh-Harfen-GruppeMusikverein Unterpleichfeld5.308,60 EuroAnschaffung mehrerer Veeh-Harfen als Einsteigerinstrument.
Schau- und Informationskasten vor dem JugendzentrumGemeinde Estenfeld666,70 EuroAufstellen eines Informationskastens vor dem Jugendzentrum Estenfeld.
Gestaltung von zwei LitfaßsäulenMarkt Rimpar1.996,00 EuroGraffitiprojekt mit regionalem Künstler um öffentliche Litfaßsäulen neuzugestalten.
Ladestation am Walderlebniszentrum Gramschatzer WaldFörderverein Walderlebniszentrum1.154,97 EuroInstallation einer Ladestation für E-Bikes und co. inkl. Fahrradabstellanlage.

Alle wichtigen Informationen zum Regionalbudget können Sie diesem Merkblatt entnehmen.

Vom Aufruf ausgeschlossen sind Kleinprojekte, die im Gebiet des Marktes Eisenheim liegen. Für diese Kleinprojekte wird ein eigener Aufruf vom ILE-Zusammenschluss Mainschleife Plus gestartet.

Weitere Informationen rund um das Regionalbudget finden Sie auch unter Förderwegweiser des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) unter https://www.stmelf.bayern.de/foerderung/regionalbudget/index.html.

FAQs

Ist das Regionalbudget einmalig, gibt es noch eine zweite Chance?

Wenn die Mittel für 2027 durch den ersten Aufruf nicht ausgeschöpft werden, wird es noch einen zweiten für 2027 geben. Dies ist jedoch aufgrund des geringeren Gesamtbudgets seit 2025 eher unwahrscheinlich.

Es sind doch einige Formulare, die man ausfüllen muss. Bekommt man da Hilfe?

Die Umsetzungsbegleitung des Würzburger Nordens unterstützt Sie bei Fragen gerne. ILE-Umsetzungsbegleitung Würzburger Norden

Büro TOPONEO, Tel.: 09356/983 99 82, E-Mail: wuerzburgernorden@toponeo.de

Ist das Regionalbudget nur für die Gemeinden da?

Nein, für alle. Für Vereine, Privatpersonen, kleine Unternehmen, aber auch für die Gemeinden aus dem Würzburger Norden.

Wie wird ausgewählt, welches Projekt eine Förderung erhält?

Es gibt ein Entscheidungsgremium. Darin arbeiten der Vorstand der Allianz und mehrere Bürgerinnen und Bürger aus der Region. Jedes Projekt wird bepunktet. Reicht das Geld nicht für alle guten Projekte, dann gibt es eine Nachrückerliste.

Wie lange dauert es, bis man grünes Licht für sein Projekt bekommt?

Die Abgabe der Förderanfragen muss bis zum 11.01.2027 erfolgen. Das Entscheidungsgremium wird voraussichtlich Ende Januar 2027 tagen. Es ist vorgesehen, unmittelbar im Anschluss die Verträge zwischen der Allianz und dem Projektträger zu unterzeichnen, so dass man vermutlich ab Mitte Januar loslegen kann. Als Beginn wird gewertet, wenn der erste Auftrag ausgelöst wird. Das Projekt kann geplant werden und soll es auch, aber man darf vorher nicht beginnen!

Hört sich alles gut an. Wo ist der Haken?

Der Haken ist, dass man das Projekt bis zum 20.09.2027 umgesetzt haben muss. Und alle Rechnungen bezahlt haben muss. Das bedeutet auch, dass man die Kosten vorfinanzieren muss, also mindestens von September bis Dezember 2027.

Was passiert, wenn man mehr oder weniger Geld braucht als geplant? Oder es abzusehen ist, dass das Projekt nicht rechtzeitig fertig wird?

Bei Projekten, gerade innovativen Projekten, kann man im Vorfeld nicht immer genau sagen, wie viel Geld man brauchen wird. Aber es ist notwendig, dass man es so gut wie möglich abschätzt und sich auch Kostenangebote einholt. Braucht man weniger, muss man sofort Bescheid geben, damit andere in den Genuss der Mittel kommen. Wir wollen nicht Gelder zurück geben und andere hätten es brauchen können. Braucht man mehr wie gedacht, ist das kein Problem, solange man unter den 20.000,- EUR brutto bleibt. Aber die Förderung bleibt so wie festgelegt, es gibt also nicht mehr Geld.

Wird das Projekt nicht rechtzeitig fertig, kann man es nicht einfach ins nächste Jahr übertragen. Aber es hat sich in den Vorjahren gezeigt, dass man vieles schaffen kann. Am wichtigsten ist, dass man frühzeitig Bescheid gibt wenn es Probleme gibt, dann kann man nach Lösungen suchen.